
I. Grundlagen und Rahmenbedingungen
Grundlagen
Die Geschäftstätigkeit des Studierendenwerkes Ost:Brandenburg, Anstalt des öffentlichen Rechts, ergibt sich aus dem Brandenburgischen Hochschulgesetz (BbgHG). Zum Aufgabenspektrum gehört es, „für die Studierenden Dienstleistungen auf sozialem, wirtschaftlichem, gesundheitlichem und kulturellem Gebiet zu erbringen.“
Die Dienstleistungen Ausbildungsfinanzierung (Durchführung des BAföG), studentisches Wohnen, Hochschulgastronomie sowie Service und Soziales (Beratung und Hilfe, Kultur, Kita) erbringen wir für rund 14.000 Studierende an vier Standorten der folgenden Universitäten/Hochschulen:
- Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder),
- Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde,
- Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg.
Die Dienstleistungen des Studierendenwerkes an den Standorten Frankfurt (Oder), Cottbus, Senftenberg und Eberswalde sichern die soziale Infrastruktur für die Studierenden.
Die Wirtschaftsführung des Studierendenwerkes Ost:Brandenburg (SWOBB) bestimmt sich nach kaufmännischen Grundsätzen. Jahresabschluss und Lagebericht „werden in entsprechender Anwendung der Vorschriften des Dritten Buches des Handelsgesetzbuches für große Kapitalgesellschaften…aufgestellt…, eine Pflicht zur Erweiterung des Lageberichts um einen Nachhaltigkeitsbericht besteht nicht.“
Mit Jahresabschluss, Lagebericht und Bericht eines Abschlussprüfers ist zugleich der Nachweis über die Finanzhilfe des Landes Brandenburg erbracht.
Rahmenbedingungen
Eine zunehmend stärkere Rolle für die Differenzierungen und qualitative Weiterentwicklung unserer Dienstleistungen sowie für die Personalentwicklung unserer Belegschaft ergibt sich aus der strategischen Ausrichtung zur Internationalisierung der beiden Universitäten in Frankfurt (Oder) und Cottbus. Daher haben wir im Oktober 2025 eine Arbeitsgruppe Internationalisierung ins Leben gerufen, die Maßnahmen zur Anpassung der Dienstleistungen an die Internationalisierung steuert. Ebenso wirken sich Faktoren wie neue Lernformen an den Hochschulen und das Mobilitätsverhalten der Studierenden unmittelbar auf die Nachfrage nach unseren Dienstleistungen aus.
Konjunkturelle Entwicklungen und wirtschaftliche Krisensituationen beeinflussen die finanzielle und gesundheitliche Lage der Studierenden. Auch dies hat zur Folge, dass sich der Bedarf nach Unterstützungsleistungen während des Studiums ändert, vor allem im Bereich der psychosozialen Beratungen.
Gestiegene Konflikte in den Wohnanlagen haben uns veranlasst, eine Sozialarbeiterin einzustellen.
Die Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt und die sich wandelnden Anforderungen an Arbeitgeber erfordern eine solide Personal- und Personalentwicklungsplanung. Renteneintritten begegnen wir mit rechtzeitigen Nachbesetzungen und Einarbeitungen.
Im wirtschaftlichen Umfeld stellen wir uns auf die aktuellen Bedingungen wie zum Beispiel steigende Material- und Energiepreise und längere Lieferzeiten ein. Die seit Juni 2025 geltende Verwaltungsvorschrift zur Landeshaushaltsordnung ermöglicht nunmehr Direktvergaben bis 100.000 EUR, was die Beschaffungsprozesse und -zeiten deutlich verbessert.
Das Studierendenwerk Ost:Brandenburg ist, wie auch alle anderen 56 Studenten- und Studierendenwerke in Deutschland, im Dachverband Deutsches Studierendenwerk (DSW) organisiert. Das DSW betreibt Lobbyarbeit für die Studierendenwerke gegenüber der Politik, der Öffentlichkeit und den Spitzenverbänden von Hochschulen und Wissenschaft. Das Studierendenwerk Ost:Brandenburg ist gut im DSW, seinen Ausschüssen und ARGEn vernetzt. Zudem nutzen wir regelmäßig die Weiterbildungen und Fachtagungen des DSW für Netzwerkarbeit sowie für die Kompetenzstärkung des Fach- und Führungspersonals. Ergänzend zur Lobbyarbeit über den Dachverband pflegen wir Netzwerkkontakte im politischen Raum und adressieren Mitglieder des Land- und Bundestages für die Anliegen in der sozialen Infrastruktur für die Studierenden.
[1] Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Brandenburg, Teil I – Gesetze vom 9. April 2024, Artikel 1 Brandenburgisches Hochschulgesetz, Abschnitt 12 § 87 Abs. 2.
[2] Verordnung über die Finanzierung der Studierendenwerke im Land Brandenburg vom 9. November 2003
(GVBl.II/03, [Nr. 29], S.663), zuletzt geändert durch Verordnung vom 17. Januar 2025 (GVBl.II/25, [Nr. 5])
II. Ertragslage
Das Studierendenwerk Ost:Brandenburg bezieht Erträge aus den Beiträgen der Studierenden, der Finanzhilfe des Landes Brandenburg einschließlich eines Zuschusses für Digitalisierung, der Aufwandserstattung für die Durchführung des BAföG, aus eigenen Umsätzen in der Hochschulgastronomie und dem studentischen Wohnen sowie aus Geldanlagen. Sonstige Erträge ergeben sich aus Projektförderungen oder spezifischen einmaligen Landeszuschüssen.
Die Erträge (Summe Erlöse, Zuwendungen und sonstige Erträge) liegen 2025 insgesamt bei 21.758 TEUR. Damit liegen sie mit 434 TEUR über dem Planansatz für 2025 und haben sich im Vergleich zum Vorjahr 2024 um 57 TEUR erhöht.
Dabei erhöhten sich die Studierendenwerksbeiträge bei gleichbleibender Beitragshöhe im Vergleich zum Vorjahr auf 2.619 TEUR (Vorjahr: 2.590 TEUR) und lagen um 49,2 TEUR über dem Planansatz 2025. Die Ursache dafür liegt in der zurückhaltenden Planung der Studierendenwerksbeiträge für 2025, weil die Zahl der Studierenden und somit die Studierendenwerksbeiträge in 2024 deutlich niedriger als im Planansatz 2024 lagen. Daraufhin haben wir für 2025 eine vorsichtige Planung mit etwa gleichbleibender Studierendenzahl vorgenommen. Nun ist jedoch in Übereinstimmung mit den von den Hochschulen an uns mitgeteilten Prognosen die Zahl der Studierenden in 2025 wieder leicht nach oben gegangen und somit auch der Erlös aus den Studierendenwerksbeiträgen.
Ebenso erhöht hat sich die Finanzhilfe des Landes Brandenburg. Hier wurden aufgrund einer erstmaligen Anhebung des Haushaltstitels seit 10 Jahren rund 610 TEUR mehr zugewiesen als im Vorjahr.
Zudem wurde auf der Basis neu verhandelter Nutzungsverträge für Mensen zwischen dem Studierendenwerk Ost:Brandenburg und den jeweiligen Hochschulen ein Zuschuss aus dem Landeshaushalt für den Mensaunterhalt (Kleiner Bauunterhalt) in Höhe von 533,3 TEUR zugewiesen.
Die Umsatzerlöse insgesamt sind gestiegen um 216 TEUR im Vergleich zu 2024, jedoch mit 825 TEUR unter dem Planansatz für 2025 geblieben. Das ist im Wesentlichen zurückzuführen auf geringere Umsätze in den Abteilungen Hochschulgastronomie und Wohnen.
- In der Hochschulgastronomie erhöhte sich der Umsatz in 2025 gegenüber 2024 um 33 TEUR, blieb gegenüber dem Planansatz für 2025 um 210 TEUR zurück. Die Gründe hierfür liegen in der verzögerten Neueröffnung der Mensa am Zentralcampus Cottbus und des zugehörigen Cafés sowie in dem stärker als erwarteten Rückgang der Portionszahlen infolge der Preiserhöhungen im Frühjahr 2025.
- Im studentischen Wohnen stieg der Umsatz in 2025 gegenüber 2024 um 183 TEUR auf 10.983 TEUR, verfehlte jedoch den Planansatz 2025 um 628 TEUR. Aufgrund der Prognose der Medienkosten zum Zeitpunkt der Planerstellung (Sommer 2024) wurde eine Mieterhöhung von 15 EUR/Platz in die Umsätze einkalkuliert. Diese wurde dann aufgrund der angepassten Prognosen für Medienkosten Ende 2024 nicht umgesetzt. Der in 2025 erzielte Umsatz entspricht der Auslastung von knapp 93 Prozent, die mit 92 Prozent geplant war.
Die Aufwandspositionen (Aufwand für Material, Personal, Abschreibungen, Sonderposten, sonstige betriebliche Aufwendungen) im gesamten Studierendenwerk betragen 2025 in Summe 20.186 TEUR. Damit wurde der Planansatz um 170 TEUR unterschritten. Der Vorjahreswert lag bei 20.157 TEUR.
Im Einzelnen sind die Personalkosten auf 8.592 TEUR (Vorjahr 7.677 TEUR), die Materialaufwendungen auf 7.178 TEUR (Vorjahr 6.944 TEUR) und die Abschreibungen auf 2.608 TEUR (Vorjahr: 2.320 TEUR) gestiegen. Bei den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind die geplanten Vorhaben im Wesentlichen umgesetzt worden.
Bei den Aufwendungen für Strom zeigen sich bereits gute Effekte der in 2024 neu installierten PV-Anlagen. Deren Gesamtstromerzeugung lag in 2025 bei rund 673.000 kWh, die fast vollständig eigenverbraucht wurden. Die tatsächlichen Stromkosten 2025 betrugen rund 1.279 TEUR und somit 230 TEUR weniger als geplant. Diese Differenz ist im Wesentlichen auf die Eigenstromerzeugung und den Eigenverbrauch aus den PVAnlagen zurückzuführen.
Insgesamt hat das Studierendenwerk Ost:Brandenburg im Geschäftsjahr 2025 einen Jahresüberschuss von 1.291 TEUR erzielt. Dieser Wert liegt um 577 TEUR über dem Planansatz. Im Vorjahresvergleich hat sich der Jahresüberschuss um 54 TEUR reduziert. Zur Verbesserung des Ergebnisses haben vor allem die erhöhte Finanzhilfe und der Zuschuss für den Mensaunterhalt (beides Landesmittel) beigetragen.
Die Hochschulgastronomie schließt das Geschäftsjahr 2025 mit einem leichten Defizit ab (-111 TEUR) und liegt damit deutlich unter dem für 2025 geplanten Defizit von -1.442 TEUR. Auch gegenüber dem Ergebnis von 2024 hat sich das Ergebnis 2025 um 167 TEUR verbessert. Die Gründe dafür sind der neue Zuschuss des Landes für den Mensaunterhalt (kleiner Bauunterhalt) und die erhöhte Finanzhilfe des Landes.
Im studentischen Wohnen wurde in etwa das gleiche Ergebnis wie in 2024 erreicht. Es liegt mit 38 TEUR leicht über dem Bereichsergebnis im Jahr 2024. Grund dafür ist die geleichbleibend hohe Auslastung in den Wohnanlagen.
Im Amt für Ausbildungsförderung ist die Antragszahl im Vergleich zu 2024 annähernd gleichgeblieben. Das neue Instrument der Studienstarthilfe wird behutsam nachgefragt. In 2024 wurden 62, in 2025 wurden 67 Anträge bearbeitet.
Insgesamt ist festzustellen, dass die Planungsqualität für das Wirtschaftsjahr 2025 realistisch war und die wirtschaftlichen Ergebnisse sorgfältig eingeschätzt wurden.
III. Finanzlage
Das Eigenkapital (ohne Sonderposten) beträgt 34.715 TEUR (Vorjahr: 33.424 TEUR).
Bei Berücksichtigung der eigenkapitalähnlichen Sonderposten beträgt die Eigenkapitalquote 87,9 Prozent (2024: 85,6 Prozent).
Zu Beginn des Geschäftsjahres betrugen die liquiden Mittel 11.609 TEUR, am Ende des Geschäftsjahres 8.057 TEUR. Das Studierendenwerk Ost:Brandenburg konnte seinen Zahlungsverpflichtungen stets termingerecht nachkommen. Die Liquidität war im gesamten Geschäftsjahr auskömmlich.
Der Cashflow des Studierendenwerkes zeigt eine stabile Liquiditätslage, die es uns ermöglicht, laufende Verpflichtungen zu erfüllen und zukünftige Investitionen anteilig zu planen.
Investitionen wurden in Höhe von 4.360 TEUR getätigt. Diese entfallen im Wesentlichen auf den Bereich Sachanlagen. Kern unserer Investitionen war die Sanierung von 115 Wohnplätzen.
Im Rahmen des Risikomanagements überwachen wir kontinuierlich die Finanzlage des Studierendenwerkes, um frühzeitig potenzielle Risiken zu identifizieren und geeignete Maßnahmen zur Sicherung der finanziellen Stabilität zu ergreifen. Maßnahmen zur Gegensteuerung waren nicht erforderlich.
IV. Vermögenslage
Das Anlagevermögen des Studierendenwerk Ost:Brandenburg hat sich im Vergleich zum Vorjahr um 1.750 TEUR auf 61.168 TEUR erhöht.
Das Umlaufvermögen beträgt 10.512 TEUR. Dieser Wert ist im Vergleich zum Vorjahr um 3.774 TEUR gesunken. Dies liegt im Rückgang der liquiden Mittel begründet.
Die Bilanzsumme ist um 2.042 TEUR auf 71.746 TEUR gesunken. Das liegt am Rückgang der Verbindlichkeiten, insbesondere aus Lieferungen und Leistungen, auf der Passivseite, am Abbau des Guthabens auf der Aktivseite.
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind um 156 TEUR auf 2.308 TEUR gesunken.
Der Kapitaldienst wurde vollständig und planmäßig geleistet.
Das Vermögen des Studierendenwerkes Ost:Brandenburg ist durch 87,9 Prozent Eigenkapital abgedeckt.
Das Jahresergebnis in Höhe von 1.291 TEUR wurde vollständig den Rücklagen zugeführt. Ergänzend verweisen wir auf den Anhang.
Die Entwicklung der Rücklagen stellen sich für das Geschäftsjahr 2025 wie folgt dar:
- Einstellung in die Rücklage Landesmittel Kleiner Bauunterhalt (KBU): 404,5 TEUR
- Einstellung in die Rücklage Wohnen: 890,3 TEUR
- Verbrauch Härtefallfonds Notfälle: -3,9 TEUR
Die Rücklagen im Bereich Wohnen sind nicht auskömmlich, um alle Wohnanlagen am Ende ihrer Nutzungsdauer aus eigenen Mitteln grundhaft zu sanieren.
Der Rücklage für das studentische Wohnen steht der Sanierungsstau in den Wohnanlagen gegenüber. Im Zeitraum 2026 bis 2029 werden dafür ca. 24 Mio. EUR benötigt. Für den Zeitraum bis 2034 sind weitere ca. 70 Mio. EUR erforderlich. Zudem beträgt der Mittelbedarf für das zu erneuernde Mobiliar in den Wohnanlagen rund 6,5 Mio. EUR.
Neubauten sind unter den derzeitigen Bedingungen nicht geplant und auch nicht möglich.
Wir sind auf absehbare Zeit auch weiterhin abhängig von Zuschüssen des Landes, um die Wohninfrastruktur bedarfsgerecht erhalten zu können.
Für 2026 ist die Überarbeitung und Anpassung der Mietkalkulation geplant, um die Rücklagen zu stärken.
V. Chancen-/Risikobericht, Prognose
Chancen
Unser Risikomanagement ist ein zentraler Bestandteil der Führung des Studierendenwerkes. Damit verfolgen wir das Ziel, potenzielle Risiken frühzeitig zu identifizieren, zu bewerten und geeignete Maßnahmen zur Risikominderung zu ergreifen. Dafür werden die Risikoarten im bestehenden Risikokatalog in den Fachabteilungen überwacht. Turnusmäßig einmal im Jahr und anlassbezogen erfolgte die Überprüfung und Anpassung des Risikokatalogs. Damit wollen wir die Auswirkungen unerwarteter Ereignisse abfedern und die langfristige Entwicklung des Studierendenwerkes fördern.
Gute Chancen, für die sozialen Leistungen für Studierende gehört zu werden, sehen wir in der kontinuierlichen Netzwerkarbeit, die wir auf Landes- und Bundesebene im politischen Raum durchführen. Hierzu gehören auch weiterhin regelmäßige Gespräche mit Abgeordneten, Pressearbeit und Netzwerkpflege und -erweiterung. Gleichwohl ist zu bedenken, dass wir in diesem Handlungsfeld mit Geduld agieren müssen und schnelle Erfolge nicht zu erwarten sind.
Im studentischen Wohnen steigt die Nachfrage, vor allem in Cottbus, nach Wohnplätzten für ausländische Studierende. In Kooperation mit einer kommunalen Wohnungsgesellschaft haben wir im Oktober 2025 zusätzlich 20 Wohnplätze für Studierende an den Markt gebracht. Die Belegungsquote (Auslastung) beträgt 2025 92,8 Prozent bei einer Versorgungsquote von 27,2 Prozent.
Weiterhin liegt unser Fokus auf der Sicherung und Modernisierung des aktuellen Bestands an Wohnplätzen. Hierfür liegen uns jetzt Planungszahlen für vier Wohnanlagen vor. Am Ende des Geschäftsjahres wurden Gespräche zur Umsetzung der Sanierungsvorhaben über das Sondervermögen des Bundes für Infrastruktur aufgenommen. Wir rechnen mit ersten Umsetzungsschritten in 2026.
Für die Sanierung von 30 Wohnplätzen werden wir im Jahr 2026 etwa 1.340 TEUR aus Eigenmitteln aufwenden. Weitere Investitionen sollen vor allem im Bereich Digitalisierung erfolgen.
In der Hochschulgastronomie nähern wir uns dem Vor-Corona-Niveau an. Die zunehmende Internationalisierung der Studierenden mit einer größeren Präferenz zur Eigenversorgung stellt nach wie vor Herausforderungen dar, die wir in der Zukunft noch besser bewältigen wollen.
In der Personalentwicklung werden wir weitere Schritte gehen, um die nächsten Teilprojekte für eine strategische Personalarbeit zu realisieren. Dazu gehören das Aufsetzen eines strukturierten Offboardingprozesses, die Verbesserung der internen Dienstleistungen für die Fachabteilungen und die weitere Digitalisierung. Unsere großen Ziele sind eine hohe Mitarbeiterzufriedenheit und beste Servicequalität auch in den internen Diensten.
Risiken und Steuerung
Auch wir müssen uns mit unseren Dienstleistungen und in der Personalentwicklung auf Trends in der Arbeitswelt, in der Gesellschaft, Veränderungen an den Hochschulen einstellen und strategische sowie operative Maßnahmen vorbereiten.
Mit unserer eigenen Studierendenbefragung, durchgeführt von Oktober bis Dezember 2025, haben wir eine wichtige Daten- und Informationsbasis geschaffen, um die Bedürfnisse der Studierenden an unseren Standorten noch deutlicher in den Mittelpunkt unserer Arbeit zu stellen. Die hohe Beteiligung und die differenzierten Einblicke zeigen, wie aufmerksam Studierende ihre Studienbedingungen wahrnehmen – und wie wichtig es bleibt, unsere Dienstleistungen und Services konsequent weiterzuentwickeln. Die Auswertung der Befragung und Ableitung von Maßnahmen beginnen direkt im neuen Geschäftsjahr 2026.
Die Krisen und Konflikte in der Welt sorgen für Unwägbarkeiten in der Preisgestaltung für zu beziehende Lieferungen und Leistungen. In der weiteren Entwicklung vor allem der Energiepreise infolge der kriegerischen Auseinandersetzungen im Nahen Osten sehen wir ein großes Risiko für steigende Aufwandspositionen. Nachhaltig abgefedert werden sollen diese durch die PV-Anlagen auf den Wohnanlagen, mit denen wir Strom für den Eigenverbrauch produzieren. Die realen Werte für den Stromverbrauch betrugen 2025 rund 1.279 TEUR. Auf Basis der Strompreise 2024 hätten wir in der Hochrechnung für 2025 Aufwendungen für Strom von insgesamt 1.509,7 TEUR tragen müssen. Die Differenz von etwa 230 TEUR ist im Wesentlichen auf die Eigenstromerzeugung und den Eigenverbrauch aus den PV-Anlagen zurückzuführen.
Eine Landesrichtlinie zum „Jungen Wohnen“ könnte es für uns ermöglichen, den Wohnbestand umfänglich, auch energetisch, zu sanieren und ihn somit in der bisher vorhandenen Quantität zu erhalten und qualitativ aufzuwerten. Zugleich könnten mit einer landeseigenen Richtlinie „Junges Wohnen“ die Spezifika im studentischen Wohnen passgenauer abgebildet werden als in einer allgemeinen Richtlinie zur Wohnraumförderung. Aus Eigenmitteln können wir nur in kleinen Schritten den Wohnbestand sanieren und werden es nicht schaffen, den Investitionsstau in absehbarer Zeit abzubauen. Das könnte die Sperrung von Wohnanlagen zur Folge haben.
Mit Sorgen schauen wir auf die Betriebskosten unserer Mensen. Insbesondere an den Mensastandorten Cottbus Sachsendorf und Senftenberg liegen die Energiekosten pro Portion höher als der Durchschnittspreis für ein studentisches Essen.
Mit dem Jahreszuschuss für den Mensaunterhalt (Kleiner Bauunterhalt) haben wir zugleich Spielraum für den baulichen Unterhalt der Mensen erhalten. Dennoch sind energetische Sanierungen (Großer Bauunterhalt) dringlich erforderlich.
In der Hochschulgastronomie ist die Einhaltung der erforderlichen Quote an Leistungen für die Studierenden eine wichtige Kennzahl. Für das Geschäftsjahr 2025 beträgt die nach unserem Rechenschema ermittelte Quote 83 Prozent.
Seit Juli 2025 arbeiten wir im Amt für Ausbildungsförderung mit der E-Akte. Die Einführung des neuen Systems erfolgt in schrittweiser Ablösung des bisherigen Bearbeitungsprozesses. Wir rechnen mit einer Übergangszeit von zwei bis drei Jahren und werden erst dann über eine vollständige Effizienz des neuen Systems urteilen können.
In der Neu- und Nachbesetzung von Stellen werden wir vor der Herausforderung stehen, die Stellen fachgerecht zu besetzen. Dafür müssen wir an der Attraktivität des Studierendenwerkes Ost:Brandenburg als Arbeitgeber arbeiten und auch mit den Möglichkeiten der Digitalisierung zu mehr Effizienz und schlanken Prozessen kommen.
Prognose
Wir arbeiten stetig an der Verbesserung unserer Prozesse in der Dienstleistungserbringung und in der internen Verwaltung und behalten mittels Risikokatalog und Ampelfunktion die Risiken im Blick. Verstärkt werden wir die Nachfrage und die Bedarfslage der Zielgruppe Studierende beachten.
Für die Zukunft setzen wir uns das Ziel, unsere Servicequalität weiter zu verbessern. Als Basis dafür arbeiten wir an einer hohen Mitarbeiterzufriedenheit.
Unser Grundsatz lautet, robuste und effiziente soziale Dienstleistungen für die Studierenden zu erbringen. An diesem Prinzip richten wir unsere Entscheidungen für Beschaffungen, Veränderungen und Entwicklungen aus. Dabei sollen uns auch diverse Vorhaben zur Digitalisierung weiterbringen.
Für das Geschäftsjahr 2026 erwarten wir einen Jahresüberschuss von 363,7 TEUR. Dabei planen wir eine leichte Steigerung der Erlöse im Vergleich zu den Ist-Werten 2025. Im Leistungsbereich Hochschulgastronomie gehen wir von einem moderaten Umsatzzuwachs vor allem aufgrund des Kundenzulaufs in der neuen Mensa Cottbus aus. Im Bereich Wohnen setzen wir im Plan einen leichten Aufwuchs in den Mieten an. Die Studierendenwerksbeiträge werden auf nahezu konstantem Niveau erwartet. Für 2026 rechnen wir mit leicht höheren Zuwendungen.
Im Material- und Personalaufwand gehen wir von den üblichen Preis- und Tarifsteigerungen aus, weshalb das Jahresergebnis im Planansatz trotz höherer geplanter Erträge deutlich geringer als 2025 ausfällt.
Frankfurt (Oder), 28.04.2026

Dorit Wehling
Geschäftsführerin
